Die Farbe Golden

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Die Farbe Golden

Die Farben, in denen ein Lebewesen erscheint, entstehen durch die Reflexion des Lichts auf dem Körper. Verschiedene Körperstrukturen reflektieren unterschiedliche Anteile der Spektralfarben und vermitteln uns so einen Eindruck von ihrer Beschaffenheit und "Farbe". Die Farben von Haut, Haar und Augen werden durch ihre Pigmentierung bestimmt. Man nennt die hier auftretenden Pigmente "Melanine". Melanine liegen in den Körperzellen als mikroskopisch kleine Körnchen, "Granula" genannt, vor. Diese "Granula" können völlig verschieden in Form, Größe und Anordnung auftreten und reflektieren das Licht auf unterschiedliche Weise.

Chemisch gesehen gibt es im Katzenhaar nur zwei unterschiedliche Melanine: Eumelanin und Phaeomelanin.

Eumelanin liegt in der Grundform nahezu kugelförmig vor und absorbiert deshalb nahezu alles Licht. Es dringen keine Spektralanteile nach außen, das Haar erscheint schwarz.

Phaeomelanin liegt in der Grundform als längliche, dabei aus vielen Flächen zusammengesetzte, Form vor. Durch diese Form wird Licht im Rot-Orange-Bereich reflektiert. Das Haar erscheint rot.

Aha, das hört sich schon etwas bekannter an, oder? Das wissen die meisten von uns, dass es diese zwei Grundfarben gibt bei Katzen, oder?

 

Aus zwei Farben werden viele - warum ?

Haben Sie Ihre Katze neben sich sitzen? Für den Fall, dass es sich nicht um ein Tier in einer "soliden" Farbe, wie z.B. schwarz oder blau handelt, sondern um eines der häufigeren hell-dunkel gemusterten Tiere, streicheln Sie sie mit der einen Hand, mit der anderen zupfen Sie einige Haare aus den helleren Partien der Musterung aus (dabei weiterstreicheln!) und nach einer gebührenden Entschuldigung legen sie die Haare auf ein Stück dunkles Papier oder Stoff. Betrachten Sie ein einzelnes Haar genau. Sie sehen: Eine dunkle Haarspitze, ein helleres Band, wieder einen dunkleren Bereich, der zur Haarwurzel hin etwas blasser wird. Dies ist die sogenannte Agouti-Bänderung (A) oder auch ticking genannt. Sie wird gemeinsam mit der Tabby-Zeichung vererbt (Ausnahme: Abessiniert-ticking). Wichtig ist für uns die Entstehung: Zu Beginn des Haarwachstums läuft die Pigmentproduktion auf vollen Touren, die Haarspitze wird voll gefärbt. Danach wird die Produktion heruntergefahren. Es befinden sich wenige Pigmentgranula im Haarschaft, das Haar erscheint heller. Danach wird die Produktion wieder angekurbelt, der Haarschaft ist prall gefüllt mit Pigment, das Haar erscheint dunkel. Wenn sich das Haarwachstum seinem genetisch programmierten Ende nähert, wird auch die Pigmentsynthese heruntergefahren, der Haargrund erscheint häufig etwas blasser. Für uns erscheinen die unterschiedlichen Bänder unterschiedlich gefärbt, weil sie das Licht unterschiedlich reflektieren. In Wahrheit wird dieser Eindruck jedoch nur durch die unterschiedliche Anordnung desselben Pigments erzeugt. Es gibt keinen Wechsel von Eumelanin (schwarz) und Phaeomelanin (Rot) im selben Haar!

 

Silber und Gold

Neben den bekannten Modifikatioren wie Ticking-Tabby-Modifikatoren und Inhibition muss im Zusammenhang mit der goldenen Katze auf die sogenannte "Rufus-Gruppe" eingegangen werden. Hier handelt es sich um eine Gengruppe (Polygene), die noch nicht isoliert werden konnte, die züchterisch jedoch steuerbar ist. Ihr Einfluss kann bei sorgfältiger Selektion über mehrere Generationen begünstigt oder nahezu ausgemerzt werden. Sie bewirkt eine Gelb - bis Rottönung des Haarschafts. Rufismus macht sie insbesondere bei black-tabby-Katzen durch einen warmen, rötlcihen Ton des Unterfells bemerkbar. In der Silberzucht ist diese Erscheinung unerwünscht, da sie den kühlen, strahlenden Glanz des Silbers zerstört. In der Golden-Zucht ist der Züchter auf diese Gene angewiesen, um den typischen, warmen Glanz zu erhalten, der angestrebt wird, damit die "Golden" Show-Qualität erreicht. Hier zeigt sich ein Dilemma für den Golden-Züchter: zur Verbesserung der goldenen Farbe sollten immer wieder Silbertiere angepaart werden (zur Erweiterung der Bänderung), doch werden aus diesen Verpaarungen auch Silbertiere fallen, die unter Umständen diese, für Silber unerwünschte Gengruppe, erben können.

 

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